{"id":4188,"date":"2026-09-22T15:48:19","date_gmt":"2026-09-22T14:48:19","guid":{"rendered":"https:\/\/marlenreusser.com\/?p=4188"},"modified":"2026-09-22T15:52:45","modified_gmt":"2026-09-22T14:52:45","slug":"marlen-reusser-sorgt-am-35-geburtstag-fuer-novum","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/marlenreusser.com\/?p=4188","title":{"rendered":"Marlen Reusser sorgt am 35. Geburtstag f\u00fcr Novum"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Marlen Reussers Goldfahrt im l\u00e4ngsten Frauen-Zeitfahren der WM-Geschichte gleicht einer Machtdemonstration. F\u00fcr die Bernerin ist der neuerliche Triumph aber alles andere als selbstverst\u00e4ndlich<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Am Ende sieht es eindeutig aus. Marlen Reusser gewinnt an ihrem 35. Geburtstag in Montreal das l\u00e4ngste Frauen-Zeitfahren der WM-Geschichte und nimmt der zweitplatzierten Britin Zoe B\u00e4ckstedt auf den knapp 40 km gleich 40 Sekunden ab. Nach ihrem Triumph vor einem Jahr in Ruandas Hauptstadt Kigali kr\u00f6nt sich die Bernerin erneut zur verdienten Weltmeisterin.<br>Ein Selbstl\u00e4ufer? Keineswegs, findet Marlen. \u00abViele waren zuversichtlich, dass ich sowieso gewinne. Ich nicht so\u00bb, sagte sie nach ihrer Goldfahrt. Zwar wusste die Titelverteidigerin um ihre gute Verfassung. \u00abIch habe eine gute Form und bin mega happy, dass das aufgegangen ist.\u00bb Eine Garantie war das f\u00fcr sie jedoch nicht.<br>Daf\u00fcr gab es Gr\u00fcnde. Marlen war zwar als grosse Favoritin ins Rennen gegangen, der Parcours in Montreal war ihr aber nicht auf den Leib geschneidert. Der weitgehend flache Kurs verlangte mit seinen vielen Richtungswechseln und dem teilweise von Schlagl\u00f6chern gezeichneten Asphalt fahrtechnisch einiges ab. Marlen h\u00e4tte eine Strecke mit einer Kombination aus flachen Passagen und Anstiegen bevorzugt.<br>\u00abIch bin nicht die beste Kurvenfahrerin, aber ich habe diese Aufgabe nicht schlecht gel\u00f6st\u00bb, sagte die Bernerin. Dass sie auch auf einem Parcours triumphierte, der ihr nicht besonders entgegenkam, unterstreicht ihre Ausnahmestellung in dieser Disziplin. Seit ihrer Aufgabe an der WM 2023 im schottischen Stirling (wegen einer mentalen Blockade) hat Marlen jedes flache Zeitfahren gewonnen, zu dem sie angetreten ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Das Einzelzeitfahren als Gemeinschaftsprojekt<\/strong><br>Der Name Einzelzeitfahren suggeriert eine einsame Angelegenheit. Im Kampf gegen die Uhr ist Marlen auf ihrer Zeitfahrmaschine praktisch auf sich allein gestellt. Den Weg zum Erfolg sieht die gelernte \u00c4rztin, die erst sp\u00e4t Berufssportlerin wurde, hingegen als Gemeinschaftsprojekt.<br>\u00abIch w\u00e4re nie im Leben hier, wo ich jetzt bin, wenn ich nicht all meine Leute h\u00e4tte. Das ist keine Floskel, das ist die Wahrheit\u00bb, sagte die nun zweifache Weltmeisterin im SRF-Interview. Besonders hob sie ihren Partner und Trainer Henrik Werner hervor. \u00abEr macht so viel mit mir und steht mir so stark zur Seite.\u00bb<br>Auch Nationaltrainer Edi Telser erhielt einen besonderen Dank. \u00abEr investiert seit so vielen Jahren so viel. Er ist ein Herzensmensch\u00bb, sagte Marlen. Ebenso erw\u00e4hnte sie ihre Freundin Simone und ihre Familie. Als auf dem Podium die Schweizer Hymne erklang, wurde die sonst so reflektierte Bernerin emotional.<br>Die vielen Menschen im Hintergrund sind f\u00fcr Marlen ein wesentlicher Bestandteil des Erfolgs. \u00abMan arbeitet sehr darauf hin, man investiert viel. Wenn das alles klappt, dann ist das mega speziell\u00bb, sagte sie. Umso sch\u00f6ner sei es, den Menschen, die sie unterst\u00fctzten und anfeuerten, mit einem solchen Erfolg etwas zur\u00fcckgeben zu k\u00f6nnen.<br>Vielleicht passt dazu auch, dass sich Marlens Verh\u00e4ltnis zum Zeitfahren ver\u00e4ndert hat. Lange verband sie mit ihrer Paradedisziplin eine Art Hassliebe. Inzwischen habe das Zeitfahren f\u00fcr sie an Reiz gewonnen, erz\u00e4hlte sie vor der WM. Das neue Velo, die Arbeit an Position und Pacing, das T\u00fcfteln an unz\u00e4hligen Details \u2013 Marlen bezeichnete das Ganze als spannendes Projekt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Vers\u00f6hnlicher H\u00f6hepunkt einer schwierigen Saison<\/strong><br>Der zweite WM-Titel ist zugleich ein vers\u00f6hnlicher H\u00f6hepunkt einer Saison, die Marlen einiges abverlangt hat. Schon im Februar st\u00fcrzte sie bei der UAE Tour bei hohem Tempo und verletzte sich an Schulter und Knie. Im April folgte bei der Flandern-Rundfahrt der n\u00e4chste schwere R\u00fcckschlag mit einem Wirbelbruch.<br>Auch danach blieb es turbulent. Beim Giro d&#8217;Italia mischte Marlen zun\u00e4chst vorne mit, ehe ein weiterer Sturz und k\u00f6rperliche Beschwerden sie zur\u00fcckwarfen. Bei der Tour de France trug sie w\u00e4hrend drei Tagen das gelbe Leadertrikot und durfte vom Gesamtsieg tr\u00e4umen. Am Ende brach sie ein, st\u00fcrzte auf der Schlussetappe erneut und fiel noch auf den 14. Gesamtrang zur\u00fcck.<br>Nach der Tour war Marlen nach eigenen Angaben komplett leer. Sie brauchte eine Pause, ehe allm\u00e4hlich die Freude am Velofahren zur\u00fcckkehrte. Nun steht am Ende dieses beschwerlichen Weges wieder das Regenbogentrikot.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Ein Novum zum 35. Geburtstag<\/strong><br>Und Marlen schrieb dabei ein kleines St\u00fcck Radsportgeschichte. Als erste Frau gewann sie bei Strassenrad-Weltmeisterschaften an ihrem Geburtstag Gold in einer Einzeldisziplin. Bei den M\u00e4nnern war dies 1996 dem Belgier Johan Museeuw gelungen, der an seinem 31. Geburtstag in Lugano Strassen-Weltmeister wurde.<br>Viel Zeit zum Feiern bleibt allerdings nicht. Marlen bieten sich in Montreal noch zwei weitere Chancen auf WM-Gold. Am Dienstag ist sie im Mixed-Teamzeitfahren als Lokomotive des Schweizer Teams gefordert, am Samstag folgt zum Abschluss das Strassenrennen. Ein Triumph dort h\u00e4tte f\u00fcr die Bernerin einen besonderen Reiz: Das begehrte Regenbogentrikot k\u00f6nnte sie 2027 nicht nur bei den wenigen Zeitfahren, sondern w\u00e4hrend der gesamten Saison auch bei den zahlreichen Strassenrennen tragen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Text: Keystone-SDA<br>Bild: Arne Mill \/ @frontalvision<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Marlen Reussers Goldfahrt im l\u00e4ngsten Frauen-Zeitfahren der WM-Geschichte gleicht einer Machtdemonstration. F\u00fcr die Bernerin ist der neuerliche Triumph aber alles andere als selbstverst\u00e4ndlich. Am Ende sieht es eindeutig aus. Marlen Reusser gewinnt an ihrem 35. 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